Tanzwettbewerbe

Statement

Lesedauer 2 Minuten

Ein kurzer Beitrag ausser der Reihe:

In 30 Berufsjahren in der Tanzszene und der Unterhaltungsbranche habe ich immer offen schwul gelebt, eigentlich war es für mich und die Menschen mit denen ich arbeite auch nie ein Problem und für uns alle eher gelebte Normalität.

Kunst ist immer ein Spiegel der Persönlichkeit des Künstlers. Somit ist meine künstlerische Arbeit immer auch queer. Queer zu sein macht mich weder zu einem besseren Menschen noch zu einem besseren Künstler, gibt mir aber einen anderen Blickwinkel. Nicht zuletzt aufgrund eigener Coming Out und Diskriminierungserfahrungen wird meine Kunst immer darauf Wert legen, sich gegen Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Abstammung, Geschlecht, sexueller Orientierung oder Religion zu positionieren. In meinen Choreographien versuche ich mit Geschlechterrollen zu brechen und Stereotype zu entlarven.

In den letzten Jahren bekomme ich immer öfter, das Gefühl mich äußern zu müssen. Auch wenn es inzwischen in vielen Ländern mehr Rechte und Schutz für LGBTQ gibt, so ist doch ein Rückschritt zu erleben. Homo- und transphobe Gewalt und Diskriminierung nehmen zu genauso wie Rassismus, Antisemitismus und AntiIslamismus. Kinder und Jugendliche erfahren Mobbing und Diskriminierung aufgrund ihres Aussehen oder weil sie nicht der Norm entsprechen.

Deshalb halte ich, als jemand der mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, es für meine Pflicht, offen und positiv zu meiner Identität zu stehen. Dazu gehört auch das Vermitteln von positiven Körperbildern und das Vermitteln von Respekt und Akzeptanz.

Queere Lebensformen kann man nicht promoten, auch wenn das durch hassende Menschen oft suggeriert wird. Statdessen kann man aber Vielfalt vorleben und ein Klima schaffen, in dem sich Kinder und Jugendliche offen und angstfrei entwickeln können. Gerade in der tänzerischen und künstlerischen Arbeit ist es wichtig ein wertungsfreies Körperverständnis und einen offenen Geist zu entwickeln (trotz aller Leistungsbewertung und Ausbildungsdisziplin).

Ich danke allen Auftraggebern, Veranstaltern, Kollegen und Eltern meiner Schüler, die diese Ansicht teilen und unterstützen.

Sten Kuth

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