Tanzwettbewerbe

16.04.2020

Lesedauer 3 Minuten

Einfach nur ein Datum als Titel? Ich hätte auch „Update“ schreiben können. Dieser Beitrag fällt etwas aus der Reihe, da ich diesmal etwas persönlicher schreiben möchte.

Es wird Zeit für einen neuen Blogpost. Ich sollte einen neuen Beitrag schreiben. Er ist eigentlich längst überfällig. Ich müsste, ich sollte. Diese Gedanken habe ich seit Wochen, seit uns dieses blöde Virus komplett aus der Bahn wirft, seit alle Planungen für die kommenden Monate über den Haufen geworfen worden sind.

Mein letzter Eintrag war weit vor Beginn des Lockdowns und wer ihn gelesen hat, der weiß, ich habe bereits frühzeitig die Absage von Tanzwettbewerben gefordert. Deshalb macht es für mich auch momentan keinen Sinn, an meiner Serie über die verschiedenen Tanzwettbewerbe in Deutschland und Europa zu schreiben, da sich nach Corona wohl auch dort Einiges ändern wird. Mein Buch über Competition Dancing wurde vom Verlag auch auf den Herbst verschoben, da ich vermute, dass ich es aufgrund neuer Gegebenheiten nochmals überarbeiten werden muss.

Auch habe ich momentan meine Dance Judges Tips in Urlaub geschickt, die braucht momentan kaum jemand, ich spare sie mir auf für die Zeit, wo alle wieder trainieren können.
Ich habe auch keine Lust, ehrlich gesagt. Ich weiß ich sollte jetzt was ganz Kluges und super Motivierendes Schreiben. Ich mag gerade nicht.
Auch mich trifft das Virus mit voller Härte, durch alte Vorerkrankungen gehöre auch ich zu Risikogruppe. Ich habe mich aus Sicherheitsgründen schon Anfang März freiwillig selbst isoliert, zumal ich auch durch Produktionsverträge verpflichtet war, jegliches Risiko für meine Gesundheit zu meiden, um die Produktion nicht zu gefährden.
Nun ist alles bis mindestens Ende Auugust abgesagt oder zumindest verschoben.

Ich hätte also Zeit zu planen, zu schreiben und wahnsinnig viel Kreativität zu entwickeln. Ich beobachte online und in Videotelefonaten voller Begeisterung, was für tolle online Trainings und Aktionen Kollegen entwickeln und welche Netzwerke entstehen und genieße es sehr, dies alles zu verfolgen. Aber ich habe keine Lust. Klar, wir Künstler sind immer kreativ und es ist nicht so, dass ich nichts mache, lesen, Musik hören, Filme schauen und träumen ist auch kreativ, weil daraus wieder neue Ideen entstehen, ich choreographiere auch und sitze jeden Tag an meinem Schreibtisch. Aber imir fehlt momentan die Energie, mich auch an diesen ganzen online Trainings und ähnlichem zu beteiligen, Shoutouts mit stayhome, haltet durch und was auch immer gibt es genug und ich mache auch kein 899000tes Dance, Schmink oder Koch Turtorial.
Ich muss auch zugeben, dass ich es gerade genieße, mal mehr zu Hause zu sein, die Energien aufzuladen, denn dies ist ein Luxus, wenn man sonst soviel reist wie ich. Ich genieße es, in einem Land zu Leben, wo es uns trotz der Krise ziemlich gut geht. Und besonders wir Tänzer wissen, das Wichtigste im Leben ist Gesundheit.
Aber wie jeder Mensch mache ich mir auch Sorgen, besonders um meine Familie und Freunde in den USA und anderen stark betroffenen Ländern, denen es wesentlich schlimmer ergeht als uns bisher. Ich mache mir Sorgen um meine Freunde und Kollegen, die es finanziell derzeit schlimmer trifft als mich, um befreundete Tanzschulen, von denen man nicht weiß ob sie in Zukunft bestehen können. Wie wird unsere Tanzlandschaft und die anderen Teile von Kunst und Kultur sich verändern.
Das alles sind Gründe, warum ich in den letzten Wochen, wenig präsent sein wollte.
Trotz der ersten Lockerungen, die unsere Regierung gestern beschlossen hat, wird uns dieser Zustand noch eine Zeit lang beschäftigen.
Aber ich denke, dass wir unser Leben nicht nur um Corona kreisen lassen sollten, es bringt nichts, 10 Stunden täglich Corona news zu verfolgen, Verschwörungstheorien auf Facebook zu lesen wo plötzlich jeder Hobbyvirologe und Politiker zu sein glaubt, das macht nur krank. Wir können derzeit an der Situation nichts ändern, außer sozial zu sein und die Massnahmen der Gemeinschaft mitragen, auf uns selbst zu achten und unsere Seele zu pflegen. Das heißt nicht, dss man nicht politisch und juristisch hinterfragen darf, aber ob alle Massnahmen richtig und verfassunngsgemäß waren, werden wir erst hinterher wissen. Derzeit scheint dass einzige Mittel zu sein,. zu Vertrauen.
Viele meiner Feunde im Ausland und die internationale Presse, bewundern Deutschland in dieser Krise und sind fast schon neidisch, nicht her zu lebem. Vielleicht ist es meine amerikanische Hälfte, die diese scheinbare Unzufriedenheit des gerne meckernden Deutschen nicht mag. Aber lassen wir das.

Aheute war mal wieder Zeit für einen ersten Post und in den nächsten Tagen werde ich nun versuchen, wieder regelmäßiger über tanzrelevante Dinge zu schreiben. Am Wochenende starte ich mit einem Beitrag über Möglichkeitem und Grenzen von Online Training, sowie meine persönliche Einstellung dazu. Folgt dem Blog oder meinen Instastories, wo ich die neuen Beiträge verlinke.
Bleibt gesund und in Bewegung.
Herzliche Grüße aus Berlin.

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